Bosch-Betriebsrat: Einigung zu Stellenabbau an Standorten
Die Bosch-Führung will Tausende Stellen streichen. Über die Pläne haben Management und Betriebsrat in den vergangenen Monaten gerungen. Was das für die Beschäftigten bedeutet.
Die Bosch-Führung will Tausende Stellen streichen. Über die Pläne haben Management und Betriebsrat in den vergangenen Monaten gerungen. Was das für die Beschäftigten bedeutet.
Das Programm zum Abbau Tausender Stellen beim Autozulieferer Bosch hat eine wichtige Hürde genommen. An allen betroffenen Standorten seien Vereinbarungen getroffen worden, sagte der Betriebsratschef der Zuliefersparte, Frank Sell, in Stuttgart. Nur in einem Bereich am größten deutschen Standort in Stuttgart-Feuerbach - konkret bei Bosch Digital - werde noch über die Pläne der Geschäftsführung verhandelt.
«Die Verhandlungen waren extrem schwierig», sagte Sell. Oberstes Ziel sei gewesen, das Schlimmste zu verhindern und den Abbau zu reduzieren. An vielen Standorten habe man auch hinbekommen, dass Auszubildende übernommen werden und es weiterhin Qualifizierungsmöglichkeiten gebe. Außerdem wurde Sell zufolge versucht, so gut es geht auch Produkte und Zukunftsthemen für die einzelnen Standorte festzuschreiben.
Tausende Stellen sollen wegfallen
Bosch will in den kommenden Jahren in der Zuliefersparte in Deutschland rund 22.000 Stellen streichen. Der Konzern setzt dabei insbesondere auf freiwillige Programme wie Vorruhestand, Altersteilzeit und Abfindungen, um den Abbau möglichst sozialverträglich umzusetzen. Nach einzelnen Ankündigungen hatte Bosch im September einen größeren Abbau von gut 13.000 Stellen verkündet. Darüber wurde seitdem mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt.
Die Vereinbarungen haben demnach verschiedene Laufzeiten. Von 2029 bis 2032 sei alles dabei. Wie viele Stellen nun insgesamt weniger gestrichen werden, war zunächst nicht bekannt. Sell nannte aber ein Beispiel: Am Standort Feuerbach sollten nach den ursprünglichen Plänen der Bosch-Führung 3.325 Jobs wegfallen – nun seien es 2.500. Bei diesen Zahlen sei Bosch Digital noch ausgeklammert. Neben dem Werk Feuerbach und der Zentrale betroffen sind unter anderem die Standorte Schwieberdingen, Waiblingen und Bühl/Bühlertal in Baden-Württemberg sowie das Werk im saarländischen Homburg.
Falls die für ein Jahr gesteckten Abbauziele nicht erreicht werden sollten, sind Sell zufolge in allerletzter Konsequenz auch betriebsbedingte Kündigungen möglich. Er ging aber nicht davon aus, dass es dazu kommen wird: Die Ziele seien so gewählt, dass man sich zutraue, das mit dem Werkzeugkasten aus Abfindungen, Vorruhestand und Demografie hinzubekommen. Bis Ende 2027 sind betriebsbedingte Kündigungen in der Sparte ohnehin ausgeschlossen.
Außerdem sehen die Vereinbarungen nach Angaben des Gesamtbetriebsrats auch «Hagelschlag- und Sonnenschein»-Klauseln vor. Soll heißen: Falls sich die Lage weiter verschlimmern sollte, kann Bosch nachverhandeln. Gleiches gilt für den Betriebsrat, falls sich die Situation in der Branche bessern sollte.
Stellenabbau kostet Milliarden
Für den Stellenabbau hat Bosch im vergangenen Jahr rund 2,7 Milliarden Euro zurückgelegt. Die Belastungen sind damit bereits in der Bilanz berücksichtigt und haben den Gewinn deutlich gedrückt. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen aber schrittweise in den kommenden Jahren. 2025 hat Bosch nach Angaben von Konzernchef Stefan Hartung rund 6.000 Stellen abgebaut. An die ausscheidenden Beschäftigten wurden knapp 900 Euro Millionen ausbezahlt.
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