Frank Schmidt kritisierte die erste Hälfte des 1. FC Heidenheim scharf.
Elisa Schu/dpa
Frank Schmidt kritisierte die erste Hälfte des 1. FC Heidenheim scharf.
2. Fußball-Bundesliga

Heidenheims Defensive patzt - Schmidt poltert: «Schämen»

Nach dem 1:4 bei Hertha BSC spricht Heidenheims Trainer Frank Schmidt Klartext. «Da muss man sich in Grund und Boden schämen», sagt er - und blickt auf einen besonderen Härtetest.

Der völlig verpatzte Zweitliga-Auswärtstrip zu Hertha BSC lässt für den Testspiel-Hit des 1. FC Heidenheim gegen den FC Bayern München Böses erahnen. «Wenn man so spielt, wie wir heute, weiß man nicht, was richtig, was falsch ist. Wir müssen aufpassen, dass sie uns nicht aus dem Stadion schießen. Wenn wir da anknüpfen, kann das passieren», sagte Trainer Frank Schmidt. Sein größter Ärger über das 1:4 (0:3) gegen die Hertha hatte sich da schon gelegt. 

Am Dienstag reisen die Bayern für die Generalprobe vier Tage vor dem Supercup gegen Borussia Dortmund nach Heidenheim an. Auf den Ostalb-Club wartet ein ganz anderes Kaliber als im Berliner Olympiastadion, wo Schmidts Team in der ersten Hälfte auf ganzer Linie enttäuschte. 

Worüber Schmidt rätselt und was er kritisiert

Sieben Gegentore hat der Bundesliga-Absteiger nun in nur zwei Saisonauftritten kassiert, gegen Neuling Osnabrück hatte sich der FCH zuvor knapp mit 4:3 durchgesetzt. Die Defensiv-Statistik sei «unfassbar schlecht», bilanzierte Schmidt.

Scharf war der Kultcoach unmittelbar nach dem Abpfiff mit seiner Mannschaft ins Gericht gegangen. Die erste Halbzeit sei «desolat» gewesen, schimpfte der 52-Jährige bei Sky. «Da fehlen einem die Worte. Da muss man sich in Grund und Boden schämen für diese erste Halbzeit. Am zweiten Spieltag 3:0 hinten zu liegen, und das auch verdient. Erster Torabschluss in der 40. Minute, so kann man in keiner Liga auftreten.»

Er sei verwundert über die erste Hälfte gewesen und könne sich die Leistung nicht erklären, sagte Schmidt. «Es ist mir ein Rätsel, wie erfahrene Spieler so neben sich heute stehen können in der ersten Halbzeit», sagte er. «Ich habe so viel gesprochen heute vor dem Spiel über Verfügbarkeit, über die Einstellung, über das hohe Pressing, die ganze Woche haben wir uns vorbereitet.»

Bei der Pressekonferenz erklärte Schmidt: «Die Mannschaft ist immer auch das Spiegelbild vom Trainer, also muss ich selber die Verantwortung übernehmen. Ich war auch nicht verfügbar.» Zu lange habe er mit den Wechseln gezögert. 

So erklärt Schmidt die ungewohnte Mainka-Auswechslung

Vier Spieler tauschte er zur Halbzeit aus. Allein Startelf-Spieler Jan Schöppner gelang kurz darauf vor 41.459 Zuschauern eine kleine Ergebniskorrektur (49.). Auch Kapitän Patrick Mainka hatte zu Wiederbeginn nicht mehr auf dem Feld gestanden, nachdem der Abwehrchef zuvor in drei Bundesliga-Jahren des 1. FC Heidenheim keine Minute verpasst hatte. 

Es gehe ihm da nicht um die Statistik, sondern nur um den Moment, erklärte Schmidt. Die Chance wäre 50:50 gewesen, dass Mainka beim Schlusspfiff noch auf dem Feld gewesen wäre, meinte der Coach angesichts der Gelben Karte für Mainka. Dass der Führungsspieler im Falle eines Platzverweises für das Zweitliga-Heimspiel gegen Dynamo Dresden in zwei Wochen gesperrt werde, habe er unbedingt verhindern wollen.

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