Zaka will mehr Hilfe für Menschen in seelischen Krisen
Psychische Belastungen können Menschen aus der Bahn werfen. Flavia Zaka will sich für Betroffene einsetzen. Warum ihr das Thema so wichtig ist - und was das mit ihrer eigenen Vita zu tun hat.
Psychische Belastungen können Menschen aus der Bahn werfen. Flavia Zaka will sich für Betroffene einsetzen. Warum ihr das Thema so wichtig ist - und was das mit ihrer eigenen Vita zu tun hat.
Flavia Zaka möchte als Ehefrau von Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) auf Hilfsangebote für Menschen in seelischen Krisen aufmerksam machen. Ihr sei es ein Anliegen, «auf Projekte aufmerksam zu machen, die genau diese Art von Unterstützung für Betroffene und ihre Familien ermöglichen», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
«Krisen sind für die meisten Menschen ein unvermeidlicher Teil des Lebens», betonte Zaka. Als mögliche Auslöser nannte die 40-Jährige einen plötzlichen Verlust, schwere Krankheiten oder Vertreibung. Solche Erlebnisse könnten das Selbstverständnis und das Bild von der Welt erschüttern. Gefühle der Verzweiflung und der Entfremdung gehörten in unterschiedlichem Maße zur Erfahrung aller Menschen. «Im Laufe eines Lebens kann jeder von uns in solche Momente geraten.»
Vertrauen als Schlüssel zur Hilfe
Die Juristin berichtete dabei aus ihrer eigenen Kindheit, als sie mit 12 Jahren von Albanien nach Kanada zog. «Damals sprach ich kein Wort Englisch. Plötzlich konnte ich anderen nicht mehr richtig erklären, was ich dachte und fühlte. Das war sehr verunsichernd», erzählte sie. «Ich hatte oft das Gefühl, weder richtig verstanden zu werden noch mich selbst ausdrücken zu können.» Die Erfahrung habe sie früh geprägt und ihr Interesse daran geweckt, «wie sehr unser seelisches Wohlbefinden davon abhängt, ob wir uns selbst und unsere Umgebung verstehen und uns anderen mitteilen können.»
Wie intensiv Menschen Krisen erlebten, wie lange sie andauerten und welche Wege hindurchführten, sei nicht gänzlich vorgegeben, so Zaka. «Es hängt auch davon ab, welcher Fürsorge, Aufmerksamkeit und Unterstützung wir begegnen.» Zaka nannte wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative therapeutische Ansätze und schlicht Möglichkeiten, «einander so zu begegnen, dass Vertrauen entstehen kann – gerade dann, wenn unser Vertrauen in uns selbst, in andere Menschen oder in die Gesellschaft erschüttert worden ist.»
Terminwahl richtet sich auch nach eigenen Interessen
Zaka will sich jedenfalls in dieser Richtung in ihrer Rolle als Frau des Regierungschefs einbringen. Welche Termine die First Lady gemeinsam mit ihrem Mann wahrnimmt, entscheidet sie selbst – und macht das nach eigenen Worten auch von ihren Interessen abhängig. Dazu zählten neben psychischer Gesundheit auch Umweltrechte, Menschenrechte, Kinderrechte und Kultur. «Wenn ich versuche, ein Thema besser zu verstehen, und es angemessen und sinnvoll ist, an einer bestimmten Veranstaltung teilzunehmen, dann werde ich das tun», sagte Zaka.
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