Der Prozess gegen Ex-FBI-Chef James Comey wegen einer angeblichen Drohung gegen US-Präsident Donald Trump wird nach erneuter Verschiebung nicht vor Februar 2027 beginnen. Richterin Louise Flanagan gab einer entsprechenden Bitte der Verteidigung statt, da zuvor noch über mehrere relevante Anträge entschieden werden müsse. Dazu gehört die Forderung, die Klage gegen Comey abzuweisen. Der Prozessbeginn war zuvor bereits von Juli auf Oktober verschoben worden.
Ärger wegen Muscheln
Comey hatte im Mai 2025 ein Bild von Muscheln am Strand auf Instagram hochgeladen, die die Zahlen «86 47» formen. Trump ist der 47. Präsident der USA. Seine Unterstützer interpretierten dies als Aufruf zu einem Attentat auf den Staatschef. Comey bestritt, dass es sich um einen Gewaltaufruf gehandelt habe. In der Anklage wird ihm nun vorgeworfen, wissentlich eine Morddrohung gegen Trump verbreitet zu haben.
Dem Merriam-Webster-Wörterbuch zufolge handelt es sich bei «86» um einen veralteten Ausdruck, der erstmals in den 30er Jahren nachgewiesen wurde. Unter anderem bedeutet er demnach, dass etwas in einem Restaurant ausverkauft ist. Später kamen die Bedeutungen «loswerden» oder «abweisen» hinzu. «Zu den jüngst übernommenen Bedeutungen gehört eine logische Erweiterung der vorherigen, nämlich die Bedeutung "töten"», heißt es bei Merriam-Webster. Diese werde aber nur selten verwendet.
Comey bestreitet Gewaltdrohung
Comey löschte den Post nach Kritik und schrieb später auf Instagram, er habe in der Muschelformation lediglich eine politische Botschaft gesehen. Dass er damit zu Gewalt gegen Trump aufrufen wollte, wies er zurück. «Mir war nicht bewusst, dass manche Leute diese Zahlen mit Gewalt assoziieren», schrieb er.
Die Ankläger werden in dem Verfahren vor der Herausforderung stehen, Comey eine eindeutige Absicht bei einer mutmaßlichen Drohung gegen Trump nachzuweisen. Früheren Angaben des Ex-FBI-Direktors zufolge entdeckte er die aus Muscheln gebildeten Zahlen bei einem Strandspaziergang.
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