Kremlchef Wladimir Putin lässt auf Bitte des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zwei Kriegsgefangene frei. (Archivbild)
Alexander Nemenov/Pool AFP via AP/dpa
Kremlchef Wladimir Putin lässt auf Bitte des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zwei Kriegsgefangene frei. (Archivbild)
Kriegsgefangene

Putin übergibt Budapests Außenminister zwei Kriegsgefangene

Ein Anruf von Ungarns Regierungschef Orban im Kreml genügt - und Präsident Putin zeigt sich freundlich. Er gibt dem Außenminister jetzt zwei Gefangene mit auf den Rückflug nach Budapest.

Kremlchef Wladimir Putin lässt zwei Kriegsgefangene mit ungarischer und ukrainischer Staatsbürgerschaft frei und übergibt sie Budapests Außenminister Péter Szijjártó. Die Männer seien in der Ukraine zwangsweise für den Fronteinsatz mobilisiert worden, sagte Putin bei dem Treffen in Moskau. «Sie können sie mitnehmen», antwortete er auf die im Fernsehen gezeigte Bitte Szijjártós, die Kriegsgefangenen freizulassen. Putin sagte, dass sie mit im Flugzeug des Ministers nach Budapest reisen sollten. Der Ungar bedankte sich auf Russisch mit «Spassibo» (Danke).

Am Tag zuvor hatte Putin mit Ungarns Regierungschef Viktor Orban telefoniert, der demnach ebenfalls um die Freilassung der Männer gebeten hatte. Putin lobte die Position Ungarns als ausgewogen und unabhängig im Ukraine-Krieg. Der Kremlchef betonte, dass Budapest sich prinzipiell für eine diplomatische Lösung des Konflikts einsetze. 

Orban gilt innerhalb der EU als der Staatschef mit den besten Beziehungen zum Kreml, wo er zuletzt im November 2025 zu Gast war; er sträubt sich zur Freude Moskaus auch immer wieder gegen die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des Kriegs. Indem er etwa Energie kauft von der Rohstoffgroßmacht, füllt er auch ihre Kriegskasse.

Putin und Szijjártó sprechen auch über Öllieferungen

Putin sicherte Minister Szijjártó zu, dass Russland auch weiter verlässlicher Energielieferant bleiben wolle. Nicht alles hänge dabei von Moskau ab, die russische Seite erfülle aber ihren Teil der Vereinbarungen. Szijjártó machte laut russischer Übersetzung der Kremlseite deutlich, dass Ungarn auf die vergleichsweise günstigen Energielieferungen aus Russland angewiesen sei. Sie müssten aber verlässlich und stabil sein. So halte das Land seine kommunalen Dienstleistungen bezahlbar.

Ungarn erhält derzeit kein Öl über die durch die Ukraine führende Transitleitung Druschba, weil die Trasse nach Angaben der Führung in Kiew beschädigt sein soll. Eine Überprüfung hat aber Kiew zum Ärger Budapests bisher nicht zugelassen, Ungarn blockiert deshalb einen 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU für die Ukraine. Szijjártó bezeichnete es als politische Entscheidung der Ukraine, schon seit Wochen kein Öl mehr durchzuleiten. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erst vorige Woche angesichts der Kritik Ungarns betont, dass russisches Öl nichts mehr auf dem europäischen Markt zu suchen habe. Die Ukraine bombardiert auch immer wieder Anlagen der Ölindustrie in Russland, damit die Energiegroßmacht weniger Einnahmen erzielt, die wiederum wichtig sind, um Moskaus Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten.

Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren.

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