1. FC Köln trennt sich von Trainer Kwasniok
Am Tag nach dem 3:3 gegen Gladbach beraten die Verantwortlichen des 1. FC Köln über die Zukunft von Trainer Lukas Kwasniok. Am Ende muss der Trainer gehen.
Am Tag nach dem 3:3 gegen Gladbach beraten die Verantwortlichen des 1. FC Köln über die Zukunft von Trainer Lukas Kwasniok. Am Ende muss der Trainer gehen.
Der 1. FC Köln hat sich von Trainer Lukas Kwasniok getrennt. Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist bestätigte den Rauswurf des 44-Jährigen einen Tag nach dem 3:3 im rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Co-Trainer René Wagner übernimmt den Job. Zuerst hatten «Bild» und «Express» über die Personalie berichtet.
«Trotz leidenschaftlicher und ordentlicher Auftritte war zuletzt ein klarer Abwärtstrend in unserer Entwicklung erkennbar. Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität. Vor diesem Hintergrund sind wir nach intensiver Analyse zu der Entscheidung gekommen, Lukas freizustellen», wurde Sportchef Thomas Kessler zitiert.
Am Sonntagvormittag hatte es Beratungen zur Zukunft von Kwasniok gegeben, der auch selbst gegen 11.00 Uhr am Vereinsgelände erschien und es nach 20 Minuten wieder verließ. «Passiert hier heute nicht mehr so viel. Ich genieße jetzt die Sonne», rief der 44-Jährige einigen Fans zu.
Sportchef Kessler hatte schon kurz nach dem Spiel am Samstag ein Bekenntnis zum Trainer vermieden. «Klar ist, dass du irgendwelche Stellschrauben drehen musst, damit du auch in der Lage bist, mal wieder ein Fußballspiel zu gewinnen», hatte der 40-Jährige gesagt. «Heute wurde hier viel geboten, nur leider keine drei Punkte für den 1. FC Köln. Deswegen werden wir jetzt in aller Ruhe und sehr rational über die Themen sprechen und ergebnisoffen über viele Dinge diskutieren.»
Kwasnioks Plädoyer hilft nicht
Der vorherige Paderborn-Coach Kwasniok hatte Aufsteiger Köln im Sommer übernommen und war mit den Domstädtern gut in die Saison gestartet. Zuletzt nahm die Kritik am extrovertierten Trainer aber zu. Sieben sieglose Spiele in Serie ließen den FC in immer größere Abstiegsgefahr geraten. Auch ein bemerkenswertes Plädoyer für seine Weiterbeschäftigung rettete Kwasniok nicht.
«Ich werde um diesen verdammten Job hier kämpfen, mit allem, was ich habe», hatte er nach dem Gladbach-Spiel gesagt. «Weil ich absolut der Überzeugung bin: Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen Mannschaft im richtigen Verein.»
Unterstützung auch aus der Mannschaft
Auch von einem Führungsspieler hatte er Unterstützung erhalten. «Ich sehe, wie wir trainieren. Das ist echt gut. Da reißt sich jeder den Arsch auf», sagte Eric Martel, der mit seinem 3:3 für den Schlusspunkt im packenden Derby gesorgt und dem FC immerhin einen Punkt gerettet hatte. «Ich sehe, wie wir spielen. Das ist eigentlich auch echt gut, von den Leistungen, muss man sagen. Was uns fehlt, sind leider die Ergebnisse. Die fahren wir nicht ein.» Das wurde Kwasniok zum Verhängnis.
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