Das Olympia-Comeback nach zwölf Jahren Abstinenz ist für die deutschen Eishockey-Frauen daneben gegangen. Am Tag vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele verlor das Team von Bundestrainer Jeff MacLeod das erste Vorrundenspiel in Mailand mit 1:4 (1:1, 0:2, 0:1) gegen Schweden. «Das war das erste Spiel für jeden von uns hier. Es war sehr schnell und sehr körperlich», sagte MacLeod und stichelte gegen die Schiedsrichter: «Wir haben auch gesehen, was eine Strafe ist und was nicht. Das war für jeden eine großartige Lernerfahrung.»
Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) war zwar durch Katarina Jobst-Smith (9. Minute) von den Vancouver Goldeneyes aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL in Führung gegangen, verlor im Mittelabschnitt vor allem in Unterzahlsituationen aber etwas den Faden. Lina Ljungblom (12./28.), Mira Jungaker (40.) und Thea Johansson (52.) drehten für die Schwedinnen die Partie vor offiziell 2455 Zuschauern in der provisorisch errichteten Eishalle auf dem Mailänder Messegelände.
Spielerinnen bei Olympia-Debüt wohl zu nervös
«Das ist natürlich bitter, drei Tore in Unterzahl zu kassieren», sagte Kapitänin Daria Gleißner vom ECDC Memmingen. «Abhaken. Ich kann den Mädels nichts vorwerfen. Wir haben gekämpft. Es war ein sehr physisches Spiel.» MacLeod sagte dazu: «Die Spielerinnen haben zu viel nachgedacht. Normalerweise spielen wir in Unterzahl etwas anders.»
Die DEB-Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei. Im Team befinden sich ausschließlich Olympia-Debütantinnen. Auch wenn Bundestrainer MacLeod vor dem Turnier insgeheim auf das Halbfinale geschielt hatte, dürfte höchstens die Viertelfinal-Teilnahme realistisch sein. Mehr dürfte nach der Auftaktniederlage auch kaum mehr möglich sein. Selbst wenn es Deutschland in der Vorrundengruppe B unter die ersten Drei schafft, droht dort nun ein Duell mit den Gold-Favoritinnen aus Kanada oder den USA.
Unterzahl und Torabschlüsse müssen besser werden
In der Vorrunde muss Deutschland noch gegen Japan (Samstag), Frankreich (Montag) und Italien (Dienstag) ran. «Wir stecken den Kopf jetzt nicht in den Sand. Vor allem bei den Torabschlüssen muss jetzt mehr kommen. Jede Einzelne muss da jetzt einfach besser durchkommen», forderte Gleißner.
Die Spielerinnen wollen die olympische Bühne vor allem dafür nutzen, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Spiele der heimischen Liga mit nur vier deutschen und einem ungarischen Team finden nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
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