Kompany führte als Beleg an, dass bei Musialas zweitem Blackout in Heidenheim die Bayern-Bank «total ruhig» reagiert habe: «Michael Olise, der beste Kumpel von Jamal, war mit taktischen Anweisungen an der Bank beschäftigt.» Eberl ist nach allen Informationen der behandelnden Ärzte überzeugt, dass mit der richtigen medikamentösen Einstellung das Risiko weiterer Zwischenfälle bei Spielen «minimiert» werden könne.
Kompany: «Da haben wir einen Musiala gesehen...»
Kompany bedauert, dass Musiala ein Jahr nach seiner schweren Beinverletzung und der operativen Entfernung einer Platte am linken Sprunggelenk in diesem Sommer ein weiteres Mal jäh in seinem Aufwärtstrend gestoppt wurde. «Es gab auch Minuten, in denen er in den Spielen Fußball gespielt hat. Und da haben wir einen Jamal gesehen, wie er schon lange nicht mehr auf den Plätzen war.»
Die deutschlandweit bestürzt und aufgeregt diskutierte Musiala-Causa dürfte Kompany und sein Starensemble im ersten Pflichtspiel der Saison also kaum bremsen oder sogar hemmen. Drei Monate nach dem Gewinn von Meistertitel Nummer 35 und DFB-Pokalsieg Nummer 21 wollen Kapitän Manuel Neuer, Harry Kane und Co. unter den Augen des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp wie vor einem Jahr beim 2:1 gegen den VfB Stuttgart gleich erneut die Supercup-Trophäe in die Höhe recken.
«Ich mache keinen Unterschied in der Wertigkeit der Titel», sagte Kompany. Auch wenn er in seinem dritten Bayern-Jahr den Gewinn der Champions League als höchstes Ziel anstrebt. «Ich glaube, es gibt nichts Schöneres, als auswärts in Dortmund einen Titel zu holen», sagte der Belgier, der mit diesen Worten die Gastgeber und die BVB-Fans sicherlich reizt.
Kompany plant, selbst die nach dem WM-Urlaub erst seit einer Woche wieder trainierenden Kane, Olise und Dayot Upamecano so lange spielen zu lassen, bis sie «müde» sind.
Was BVB-Chef Ricken im eigenen Stadion nicht sehen möchte
Eberl sprach von der «ersten richtige Challenge» nach einer komplizierten Vorbereitung des Double-Ensembles. «Von Dortmund wird alles getan werden, dass wir den Pokal nicht holen. Wir werden alles tun, um den Pokal zu holen», sagte der Sportvorstand. Tatsächlich hatte BVB-Geschäftsführer Lars Ricken tags zuvor in Dortmund diese Absicht bestätigt: «Ehrlicherweise möchte ich nicht die Bayern bei uns im Stadion sehen, wie sie einen Titel feiern.»
Für die personell insbesondere im Mittelfeld umgebaute Borussia soll vielmehr ein Supercup-Gewinn gegen die Bayern «eine Initialzündung für die Saison sein», wie Ricken verkündete.
Von Klaus Bergmann und Martin Moravec, dpa
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