Südwestderby: Waldhof Mannheim gegen 1. FC Kaiserslautern
Das DFB-Pokal Spiel zwischen dem Waldhof und Kaiserslautern endete am Freitag, 21. August 2026, im ausverkauften Carl-Benz-Stadion vor 23.513 Zuschauern nach Verlängerung, mit einem 0:1.
Das DFB-Pokal Spiel zwischen dem Waldhof und Kaiserslautern endete am Freitag, 21. August 2026, im ausverkauften Carl-Benz-Stadion vor 23.513 Zuschauern nach Verlängerung, mit einem 0:1.
Geprägt war der Abend von einer elektrisierenden Atmosphäre auf den Rängen. Beide Fanlager eröffneten mit Choreografien. Das Spiel stand sportlich lange im Schatten der Emotionen und wurde von mehreren Unterbrechungen sowie schweren Ausschreitungen überschattet.
1. Halbzeit
Bereits kurz nach dem Anpfiff sorgte eine Pyroshow aus dem Block der Kaiserslauterer Fans für eine Unterbrechung von mehreren Minuten. Der Rauch legte sich erst allmählich. Die erste zwingende Chance gehörte dem Waldhof: Julian Ulbricht steckte auf Kushtrim Asallari durch, dessen Abschluss FCK-Torhüter Julian Krahl parierte (12.).
Kaiserslautern wurde erst ab der 40. Minute gefährlicher. Thierry Tazemeta traf den Pfosten. Weitere zwingende Möglichkeiten blieben aus. Zur Pause stand es 0:0.
2. Halbzeit
Der Anpfiff verzögerte sich erneut durch Pyrotechnik der Waldhof-Fans.
Die Hausherren kamen besser aus der Kabine und erspielten sich Chancen durch Asallari und Maximilian Thalhammer. Eine der besten Waldhof-Chancen der zweiten Hälfte hatte Gonçalo Gregório, dessen Schuss am Aluminium landete. Insgesamt blieb die Partie jedoch intensiv und entwickelte sich zunehmend zu einem Kampf um jeden Ball. Vom FCK war zunächst wenig zu sehen.
Erst mit der Einwechslung von Ibrahim Kanaté (64.) wurde Kaiserslautern wieder zwingender und kam zu mehreren Möglichkeiten. Nach 90 Minuten blieb es beim 0:0 – es ging in die Verlängerung.
Aufreger/Höhepunkt
Die Choreografien beider Fanlager vor dem Spiel sorgten für beeindruckende Bilder. Der eigentliche Höhepunkt – und zugleich der dunkle Schatten des Abends – folgte nach dem Abpfiff der regulären Spielzeit. Es kam zu einer Rudelbildung auf dem Feld, ausgelöst unter anderem durch eine Auseinandersetzung um FCK-Kapitän Marlon Ritter. Die Aggression übertrug sich auf die Ränge. FCK-Fans schossen Leuchtraketen und Feuerwerkskörper in Richtung des Mannheimer Familienblocks. Daraufhin stürmten Waldhof-Fans den Platz.
Schiedsrichter Schröder schickte beide Mannschaften in die Kabinen. Polizeikräfte (rund 1.400 Beamte im Einsatz) drängten die Fans zurück. Dabei kam auch Pfefferspray zum Einsatz. Nach Polizeiangaben mussten 85 Personen medizinisch behandelt werden (acht davon im Krankenhaus), 35 Polizistinnen und Polizisten erlitten leichte Verletzungen. Mehrere Fans wurden vorläufig festgenommen. Nach rund 30 Minuten Unterbrechung konnte die Verlängerung fortgesetzt werden.
Der SV Waldhof Mannheim verurteilte die Vorfälle am Samstag in einer Stellungnahme scharf: „Was gestern im Carl-Benz-Stadion passiert ist, darf nicht Teil unseres Fußballs sein.“ Der Verein dankte allen Einsatz- und Ordnungskräften und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. Auch der 1. FC Kaiserslautern und Behörden kritisierten die Eskalation.
Verlängerung:
Nach der Unterbrechung ging es sportlich weiter. Beide Mannschaften kämpften mit großer Intensität um jeden Ball. Der Waldhof hielt gegen den Zweitligisten weiter dagegen und hatte bis zuletzt die Chance auf die Überraschung. Letztlich entschied Kanaté mit einem sehenswerten Solo in letzter Minute das Derby.
Für den Waldhof war es ein bitteres Ende eines Abends, an dem die Mannheimer dem klassenhöheren FCK über weite Strecken mindestens auf Augenhöhe begegneten.
Ausblick nächstes Spiel
In der 3. Liga geht es für den SV Waldhof Mannheim am Sonntag, 30. August 2026 (16:30 Uhr), auswärts beim TSV Havelse weiter. Nach dem intensiven Pokal-Derby und den Ereignissen rund um das Spiel steht nun der Fokus wieder auf dem Ligaalltag.